Behandlungskonzept Asthma bronchiale

Langjährige Erfahrung und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bilden die Grundlage unserer Asthmabehandlung.

Unter fachärztlicher Leitung von Pädiatern und Internisten werden folgende allgemein anerkannten Ziele angestrebt:

  • Beschwerdefreiheit im alltäglichen Leben unter besonderer Berücksichtigung von Sport und anderen Freizeitaktivitäten
  • Vorbeugung von Verschlechterung durch medikamentöse Dauertherapie und Anleitung zur Auslöservermeidung
  • Medikamentöse Therapiekonzepte, die sich auf das Notwendige beschränken und das Einverständnis des Patienten finden
  • Erhalt der bestmöglichen Lungenfunktion
  • Normale körperliche und seelische Entwicklung
  • Zufriedenheit der Patienten und ihrer Angehörigen
  • Vermeidung von Fehlzeiten in Schule und Ausbildung; dadurch Reintegration in Alltag und Freizeit mit sportlicher Aktivität

Die medizinische Asthmabehandlung orientiert sich an Leitlinien nationaler Fachgesellschaften und internationalen Konsensusempfehungen. Dabei wird das Stufentherapieschema dem Asthmaschweregrad und weiteren individuellen Gegebenheiten angepasst. 

Nach der gründlichen Basisdiagnostik hat sich die engmaschige Lungenfunktionskontrolle als sehr hilfreich erwiesen. Sie verbessert die Selbstwahrnehmung erheblich und schafft optimale Voraussetzungen für eine präzise Verlaufskontrolle und Therapiesteuerung. So kann der Grundsatz "Soviel Medikamente wie nötig, so wenig wie möglich" umgesetzt werden. Für die Diagnostik steht ein modernes Lungenfunktions- und Allergielabor zur Verfügung. In den Wohngruppen gewährleisten Krankenschwestern Unterstützung und Kontrolle bei der Therapie und ermöglichen gemeinsam mit den Erziehern die konsequente Umsetzung der ärztlichen Verordnungen im Alltag. 

Sollte dennoch eine schwere Verschlechterung eintreten, steht das zentral gelegene Akutkrankenhaus rund um die Uhr für die stationäre Behandlung zur Verfügung. Kinder und Jugendliche müssen auch dort nicht auf schulische Förderung verzichten und erhalten Unterricht am Krankenbett. Schulische Defizite, ein zentrales Problem vieler chronisch Kranker, werden dadurch vermieden bzw. aufgearbeitet. 

Die eigene Kompetenz im Umgang mit der chronischen Atemwegserkrankung zu stärken, ist eines der Hauptziele unserer medizinischen Bemühungen. Dazu wurde das Asthmaverhaltenstraining (AVT) entwickelt und verschiedenen Alterstufen angepasst. Viele unserer Pädagogen, Sporttherapeuten, Krankenschwestern, Ärzte und Psychologen sind zertifizierte Asthmatrainer. Sie führen Basis- und Nachschulungen durch und sind durch ihre Trainerausbildung besonders qualifiziert; die Umsetzung der Trainingsinhalte im Alltag der Patienten zu unterstützen. 

Während des Aufenthaltes im Asthmazentrum werden die Patienten in die Lage versetzt, Asthmaverschlechterungen frühzeitig selbst zu erkennen und die Bedarfsmedikamente rational einzusetzen. Sie kennen ihre individuellen Auslöser und meiden sie, soweit möglich. Bei Heimataufenthalten gelingt dies nicht immer und in manchen Fällen muß dann die Basistherapie vorübergehend erhöht werden. 

Besonders wichtig ist der richtige Umgang mit körperlicher Belastung. Es hat sich gezeigt, dass jeder junge Asthmatiker trotz Anstrengungsasthma Sport treiben und Spaß dabei haben kann, wenn er einige Rahmenbedingungen einhält. Moderne Asthmamedikamente und richtiges Aufwärmen erlauben in der Regel selbst vorher schulsportbefreiten Kindern, wieder Freude an der Bewegung zu haben. Sporttherapeuten mit langjähriger Erfahrung im Asthmasport stehen den Jugendlichen dabei zur Seite und haben für das Asthmazentrum ein eigenes Sportkonzept entwickelt und erprobt. Sie führen die standardisierte Diagnostik und Verlaufskontrolle des Anstrengungsasthmas durch, leiten Sportgruppen und ermöglichen selbst schwer erkrankten Asthmatikern individuelle Trainingsprogramme.

Im Sinne einer aktiven Krankheitsbewältigung sollen Asthmatiker am Ende der Rehabilitationsmaßnahme unter anderem folgende Fähigkeiten erworben haben:

  • Altersadäquates Wissen über die eigene Erkrankung
  • Eigene Auslöser kennen und - wenn möglich- meiden (z.B. Allergene, Zigarettenrauchen u.a.)
  • Eigenständige Durchführung der Basistherapie und angemessener Einsatz von Bedarfsmedikamenten
  • Trotz Asthma - regelmäßige sportliche Aktivität
  • Selbständige Anpassung der Dauerbehandlung an den Krankheitsverlauf (nach Rücksprache mit dem Hausarzt)
  • Rationale Entscheidungsgrundlagen für Schullaufbahn oder Berufswahl unter Berücksichtigung des gesundheitlichen Handicaps
  • Gesundheitsbewusstes Verhalten in Schule, Beruf und Freizeit

Biografie

Wie Stefanie lernte, mit ihrer Asthma-Erkrankung umzugehen

Behandlungskonzepte

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